Die Familienüberlieferung lautet folgendermaßen:

In der Residenz eines Fürsten lebte im 16ten Jahrhundert im Gebiet des heutigen Polens ein Poth als Chirurgijn-Kräuterdoktor. Es war dort bekannt als "Pottenjan". Dieser hatte einen Sohn, der vom Fürsten mit Land belehnt wurde, welches er für den Fürsten verteidigen musste gegen Eindringlinge. Geharnischt ging er voran, dem Feind entgegen.

Er muss ein guter Kämpfer gewesen sein, denn der Fürst gab ihm ein bürgerliches Wappen mit 3 Töpfen (Pott) verbunden mit dem Wappen des Kurfürsten. Das Wappen ist von 1550 und seitdem in der Familie geblieben. Als in Polen die Reformation kam, blieb der Krieger seinem Glauben treu und kam schließlich nach Bislich zurück, wo er vom Kapitel in Xanten den Bauernhof pachtete.

Wappen von Poth:

Weiß geviert, im 1ten und 4ten Felde ein 3beiniger Pott mit Henkel und schwarzem Löffelstiel, der Henkel nach außen, der Stiel nach innen. Im 2ten und 3ten Feld ein goldener Löwe nach rechts, auf dem Helm zwischen naturellfarbenem Hirschgeweih der Topf wie im Schilde. Decken rechts schwarz-weiß, links rot-weiß.

Das Wappen erbte auf das ganze Geschlecht über.

 

Genealogie der Familie Pooth-Poodt am
Niederrhein unter besonderer
Berücksichtigung des Bislicher Zweiges


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Der Ursprung der Familie mag weit zurück liegen. Erst als man nach dem Konzil von Trient dazu überging Taufen, Heiraten und Sterbefälle einzutragen, wurde es möglich, die Familienverhältnisse festzuhalten. Bis dahin war man angewiesen auf Urkunden.

Doch auch die ersten Kirchenbücher sind manchmal lückenhaft, weil sie durch Kriege, Brände usw. des öfteren verloren gegangen sind. Außerdem bestand meistens keine genaue Schreibweise der Familiennamen. Die Namensträger konnten oftmals nicht schreiben, und so hing es von dem eintragenden Pfarrer oder Küster ab, welche Schreibweise festgehalten wurde. Dazu kam noch die in den verschiedenen Gegenden abweichende Aussprache und die Anlehnung an die vermeintliche Herkunft des Namens. Im Allgemeinen scheint die Ansicht bestanden zu haben, dass der Name mit dem lateinischen Wort Puteus = Brunnen, zusammenhing, oder im niederländischen Raum, der ja früher kulturell mit dem deutschen Grenzgebiet verbunden war, mit Put oder Pot.

Im Dortmunder Urkundenbuch vom Jahre 1881 taucht der Name bereits mit mehreren Schreibweisen auf, z. B. in Bd. 1. Urk. 78 vom 20. Febr. 1240 ein Bertramus de Puteo, der als Zeuge erwähnt wird, in Urk. 137 als Bertram de Puteo im Jahre 1271. In der Urkunde 514 wird am 27.7.1335 ein Bertram van den Putte genannt. An einem Verzeichnis der Ratsherren in Dortmund kann man dann feststellen, dass sich der Name dort von de Puteo, de Poto, in van dem Putte, ter Putte verwandelte, wobei zu sehen ist, welche Schwierigkeiten man mit dem dunklen o oder u hatte und die Klangaussprache von den geschriebenen Buchstaben nur unvollkommen wiedergeben wurde.

Daraus erklärt sich auch, dass z. B. in der Gegend von Kaldenkirchen, Mönchen-Gladbach, Viersen, Leuth Tegelen (Niederlande), wo seit 1496 nachweislich auch ein großer Stamm der Sippe ansässig war, wiederum andere Schreibweisen auftauchen, noch mehr kompliziert durch die Dialekt- und Schreibnuancen an der anderen Seite der Grenze. Poet, Poeten, Peuten, Peth, Puth Pothen, to Putter, Putten, Putz, Puyt sind dort vorkommende Varianten. (Siehe Poeth-Peuthe, een genealogisch Onderzoek, Mei 1975, Tegelen van P. J. W. Poeth, Ing.) In den Niederlanden wurde dieses oe des öfteren als ein deutsches Ö ausgesprochen, welche vermeintliche deutsche Herkunft nach dem 2ten Weltkrieg ungerne gesehen wurde, weshalb man dann dieses oe als ein deutsches U aussprach.
Am Niederrhein galt das e nach einem Vokal aber von jeher als Vokalverlängerung, als oe = oo z. B. Praest = Praast und nicht Präst, Soest = Soost und nicht Söst, Poeth = Pooth und nicht Pöth. Ebenso war i eine Vokalverlängerung, Groin, Poit, Poyt. Auf der linken Rheinseite taucht der Name Poit, Poyt bereits im 14ten Jahrhundert auf, so im Urkundenbuch des Stiftes Xanten von Peter Weiler betr. Zeitraum von 1290-1359, Urkunde von 8.9.1329, Notiz auf der Rückseite: Von Henricus Poet 2 Solidi Urk. von 1433 betr. Schiedsspruch zwischen Domkapitel und Rtterschaft von Cöln einerseits und Ritterschaft und Städte im Herzogtum Jülich und Berg andererseits. Mit anderen soll von den Herren von Cöln ein Hermann Pot freigegeben werden. Inventare nichtstaatlicher Archive, Urkunden des Stifts- Archiv 1119-1449 Bd. 1. Köln 1952, Arch. Beratungsstelle für den Landesteil Nord-Rhein:Urk. v. 1410 Henricus Poyt von Ossenbergh als Schöffe. v. 1413 Johannes Poyten betr. Haus in der Marsstraße. v. 1423 Joh. und Henrick Poeut und Schwester Leen Beelke und Derick. Dann mehrere Urkunden über den Kanonikus Conrad Poet, Cellularius, Fabrikmeister, Portarius in Xanten 1390-1429. Auch bei den Baurechnungen des Stiftes Xanten befinden sich eine große Zahl Urkunden mit seinem Namen. In den "Quellen zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des Archidiakonat und Stiftes Xanten", Carl Wilkes Bd. 1. Ossenberg, S. 369 ff.: Item in Parochia Berke in bonis Preut primam manus habet Johannes Poit, secundam Bernardus Poit, tertiam Jacobus Poit, 15tes Jahrhundert, cor 1415.

In den Stiftsbüchern taucht der Name Poet auch an der rechten Rheinseite auf, nl. Im Xantener Stadtarchiv=X. St. A. K104, fol 37 r bei den Behandigungsgütern: then Poethen-Veltwick, curtis Xantensis:Item in bonis ten Poeten, primam habet Johs de Capelle, secundam Arnoldus, tertiam Henricus, filii sui.K 107 fol 14: Item habet in dimidio manso, quondam Drude de Galen, dicto then Poet, sito in Parochio Bislick to Veltwick sol. Lamberti 6 den., de censo et 14 den de demidio porco et feria secunda post Pasche 6. den de maydach et 5 modia wick, gerst et haveren, per resignationem Drude de Galen. Primam habet Joes de Capella, secundam Arnodlus, tertiam Henricus, lilii dicti Johs. Anno 1374, Veneris post Cantate. Späterer Zusatz: allodium ecclesiae. Des weiteren heißt es in den Stiftsbüchern vor 1415: De curtis in Bisselic, in curtis Steenberg, in parochia Bislick Henricus über Steenberg et Lyse, eius uxor, habent: In bonis Jöckeren, Kobrade, Vissel, Schüttwick, in Veltwick, in bonis dictis ten Poete, primam habet Johannes de Capelle usw. (Fol. 366, item in manso Averbergen.)1444 Heinrich ten Poeten pachtet den Zehnten in Sulen (untergegangene Ortschaft im Rhein) auf 6 Jahren für 70 Gld. 1445: Derselbe, Dechant zu Rees, pachtet den Hof "Kemenade" für 25 Goldgulden.1447: Pfarrer Heinrich Poyt von Sulen und Kapitel einigen sich darüber, dass das Kapitel den Zehnten von Sulen für 70 Gld. verpachtet und die Pacht dem Pfarrer überlässt ohne weiteren Anspruch.1456 Einkünfte des Pfarrers von Sulen im Vergleich namhaft gemacht. 1464 taucht im Zusammenhang mit dem Namen ten Poeten wieder ein Hof auf, die "Closterhuve", welche in Bislich-Schüttwich gelegen war, ein Behandigungsgut des Kapitels in Xanten. Es heißt dort: "In Schüttwick in so dicto ten Closter, quondam Andrae de Burt, continentibus 20 iugere antiquae terrae et tria iugere hollendica novalum solventibus unum maldrum Rapelkorns, 24 Denarius, pro medio porco et censu.1e manus Henricus ten Poeten, decanus Recensus. 2e Manus Johannes Vermidesen, filius Johannis 2e manus Stina, uxor eius. Eine Notiz ad Bona Closterhuve vom Jahre 1542 enthält zur Seite: "Dit Land bebaut Hermann ingen Poet. "Man wird also wohl nicht fehl gehen in der Annahme, dass der Pfarrer von Sulen von der Closterhuve stammte und diese also bereits länger von der Familie ingen Poet oder ten Poeten bebaut wurde. Eine Überlieferung der Poethenzweiges ist während der Jahrhunderte, in der Familie lebendig geblieben. Wenn auch Irrtümer sich bei solchen Überlieferungen Einschleichen mögen, der Grundgedanke beruht meistens auf wahren Erlebnissen. Die Nachforschungen ergaben folgendes: Siebmacher Bd. V 7-8-Tafel 11 Bild.